âIch frage mich zuerst, ob etwas richtig und dann, ob etwas schön ist. â Egon Eiermann Als Lehrbeauftragter für Baustoffe/Bauchemie werde ich von meinen Studenten - mer wieder gefragt, warum ich nur anhand von negativen Beispielen lehre. Eine e- fache Antwort hierauf gibt die Psychologie. Fehler sind kein Anzeichen für Versagen, sondern Hinweise auf Entwicklung. Man spricht hier vom âtrial and errorâ, also von âVersuch und Irrtumâ â Lernen, welches ein wesentliches Merkmal unseres lebe- langen Lernprozesses ist. Als Sachverständiger wiederum werde ich häufig mit folgenden Fragen konfrontiert: âWorin liegt der Unterschied zwischen einer akzeptierten âPatinaâ und einer V- schmutzung? Wann können ungleichmäÃige Schmutzablagerungen als Mangel de- niert werden? Ist der Architekt verpflichtet, den Bauherrn auf zu erwartende V- schmutzungen hinzuweisen? Ist die später einsetzende Verschmutzung eine Abw- chung zum makellosen Entwurf und damit als Planungsfehler zu werten?â Grundsatz jedes Planers muss also sein, dass beim Entwurf von Gebäuden und/oder Bauteilen bautechnische Anforderungen gestalterischen Aspekten vorangestellt w- den. Beispielsweise geben hierfür diverse Merkblätter, Richtlinien oder technische Regeln Empfehlungen. Um sich diesen zuzuwenden, muss jedoch geklärt sein, was der Begriff âRegelâ eigentlich bedeutet? Zurückzuführen ist er auf das lateinische Wort âregulaâ, übersetzt âRichtschnurâ. Daraus folgt, dass es in letzter Konsequenz gleichgültig ist, ob die Bezeichnung âRegelâ, Regelwerk oder Norm verwendet wird. Sie alle beinhalten allgemein verbindliche Verhaltens- und Ausführungsregeln.