Eigenhändige, signierte Briefkarte des Rechtswissenschaftlers Walther Schönfeld (1888-1958), Professor für Deutsches Recht, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen. --- Datiert Tübingen, den 27. Juni 1934. --- Beileidsbrief zum Tod des Historikers und Publizisten Paul Hinneberg (1862-1934), der als Organisator und Herausgeber des enzyklopädischen Großwerkes "Die Kultur der Gegenwart" und der "Deutschen Litteraturzeitung" bekannt wurde. --- Gerichtet an einen Sohn, wohl den späteren Oberstintendanten Konrad Hinneberg (1896-1962). --- Transkription: "Sehr verehrter Herr Gerichtsassessor! Mit grosser Teilnahme habe ich erfahren, dass Sie Ihren Herrn Vater verloren haben, den ich immer im Gedächtnis behalten werde, weil er je und je sehr freundlich zu mir war. Wie geht es Ihnen, Herr Assessor? Hoffentlich haben Sie befriedigende Berufs- und Lebensverhältnisse. Jetzt sind es wieder schon mehr als 5 Jahre, dass wir in Greifswald zusammen waren! Mit herzlichen Grüssen in Mittrauer Ihr sehr ergebener Walther Schönfeld." --- Format: 8,9 x 14,2 cm; ohne Umschlag. --- Zustand: Pappe mit Knick. --- Über Walther Schönfeld und Paul Hinneberg (Quelle: wikipedia): Walther Schönfeld (* 19. Mai 1888 in Ober-Baumgarten (Kreis Bolkenhain, Schlesien); 24. Februar 1958 in Tübingen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler. --- Schönfeld besuchte das Gymnasium in Liegnitz und Strehlen, legte 1906 sein Abitur ab und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten Göttingen, Leipzig und Breslau. Das erste und zweite juristische Staatsexamen absolvierte er 1909 und 1914. 1911 wurde er in Breslau mit einer strafrechtlichen Arbeit promoviert. Nach dem Einsatz im Ersten Weltkrieg arbeitete er von 1919 bis 1921 an der Universität Berlin als Assistent am Kirchenrechtlichen Institut von Ulrich Stutz. 1921 habilitierte er sich in Breslau für Deutsches Recht, Handelsrecht und Kirchenrecht. 1922 wurde er an die Universität Königsberg berufen und von dort 1925 an die Universität Greifswald. Von 1928 bis 1946 und von 1949 bis 1954 war er Professor für Deutsches Recht, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen. --- 1945 wurde er vom Dienst suspendiert und 1946 aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Von 1945 bis 1947 studierte er Evangelische Theologie und war von 1947 bis 1949 als Pfarrer tätig. Danach kehrte er an die Universität zurück. --- Neben seinen rechtshistorischen und kirchenrechtlichen Arbeiten hatte er einen Forschungsschwerpunkt in der Rechtsphilosophie. --- Paul Hinneberg (* 16. März 1862 in Felchow bei Angermünde; 21. April 1934 in Berlin) war ein deutscher Historiker und Publizist. --- Leben und Wirken: Paul Hinneberg studierte Staatswissenschaften und Philosophie in Berlin. 1888 promovierte er in Halle über Die philosophischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft. Seit 1885 war er als Privatsekretär Leopold von Rankes tätig. Nach dessen Tod gab er den siebenten Band der Weltgeschichte heraus. Seine Lebensstellung fand Hinneberg 1892, als er die Herausgabe der Deutschen Litteraturzeitung, einer bedeutenden Rezensionszeitschrift, übernahm. --- Hinneberg ist heute vor allem noch als Organisator und Herausgeber des enzyklopädischen Großwerkes Die Kultur der Gegenwart bekannt, das in zahlreichen Bänden von 1905 bis 1926 erschien. Zudem begründete er die Monographienreihe Das wissenschaftliche Weltbild. --- Aufgrund der diversen editorischen Funktionen und gestützt auf seine persönliche Verbindung zu dem Ministerialdirektor Friedrich Althoff übte Hinneberg in nicht unbeträchtlichem Maße Einfluss auf die deutsche Wissenschafts- und Universitätspolitik im Kaiserreich aus. --- Werke (Auswahl) --- Die philosophischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft. In: Historische Zeitschrift. Jg. 63 (1889), S. 18 ff. (Dissertation, Halle, 1888)