Vorwort Die Zeiten, in denen die Ablage âSache des Azubiâ war, sind in Deutschland endgültig v- bei. Sind sie das wirklich? Nach wie vor wird das Thema âAblagestrukturâ in deutschen Unternehmen mit einer gew- sen Geringschätzung behandelt. Erst in den letzten Jahren ist hier ein leichter Stimmun- wandel festzustellen. Dazu hat sicher die Verbreitung von Qualitätsmanagement beigetragen, vor allem in der prozessorientierten Fassung der DIN EN ISO 9001:2000. Zum ersten Mal wurde ein strenger MaÃstab an die Lenkung von Dokumenten angelegt und deutlich gemacht, dass zur Beherrschung von Prozessen auch ein durchdachtes und in der Unternehmenskultur verankertes Dokumentenmanagement gehört. Allerdings beschränkten sich die expliziten Forderungen der DIN 9001:2000 auf die âfür das Qualitätsmanagementsystem erforderlichen Dokumenteâ (Abschnitt 5.5.6). Daraus resulti- ten in vielen Unternehmen Insellösungen für die QM-Dokumentationen, während der groÃe Rest der ânormalenâ Schriftstücke nach althergebrachter Weise â das heiÃt ohne untern- mensweit definierte Struktur â verwaltet wurde. Die im Dezember 2002 veröffentlichte Norm DIN ISO 15489 âSchriftgutverwaltungâ setzte dieser künstlichen Trennung ein Ende. Sie bezog sich von vornherein auf die Gesamtheit der Dokumente einer Organisation, unabhängig von ihrem konkreten Gegenstand und von ihrer Form in Papier, auf elektronischen Massenträgern, als Mikrofiche, Bild oder Tonträger. Und sie machte unmissverständlich klar, dass Schriftgutverwaltung eine Führungsaufgabe ist und die Festlegung der entsprechenden Grundsätze, Regeln und Zielvorgaben zur Kernverantw- tung des Managements gehört.