Zeugnis des Friedrichwerderschen Gymnasiums Berlin von 1874. --- Ausgestellt für den Schüler (Quartaner) und späteren Historiker und Publizisten Paul Hinneberg (1862-1934), der als Organisator und Herausgeber des enzyklopädischen Großwerkes "Die Kultur der Gegenwart" und der "Deutschen Litteraturzeitung" bekannt wurde. --- Datiert Berlin, den 31. August 1874. --- Signiert vom Direktor Eduard Bonnell (1802-1874) sowie dem Ordinarius Paul Geyer (1841-1889), Bruder des Architekten und Bauhistorikers Albert Geyer (1846-1938) sowie des Bildhauers Otto Geyer (1843-1914). --- Mit schönem Siegel des Gymnasiums. --- Auszüge: "Dem Quartaner des hiesigen Friedrichs-Werderschen Gymnasiums Paul Hinneberg [.] wird behufs Anmeldung zur Prüfung für das Aluminat des Kgl. Joachimsthalschen Gymnasiums hierdurch folgendes Zeugniss ertheilt: --- Betragen: gesittet und bescheiden --- Aufmerksamkeit: im Ganzen rege --- häuslicher Fleiss: nie vermisst. --- Fortschritte: [.] im ganzen gute und im Griechischen [.] und in der Geschichte (Brandenburg. Gesch., Georg. von Deutschland) [.]." --- Signiert "Bonnell, Director" & "Geyer, Ordinarius". --- Format: 31,3 x 19,8 cm. ---Zustand: Dokument gefaltet; Papier gebräunt, etwas fleckig und knittrig. --- Über Eduard Bonnell (Quelle: wikipedia): Eduard Bonnell (* 15. Februar 1802 als Charles Guillaume Edouard Bonnell in Berlin; 9. Mai 1877 in Berlin) war ein Pädagoge und Direktor des Friedrichwerderschen Gymnasiums in Berlin. Seine hugenottischen Vorfahren schrieben den Familiennamen ursprünglich Bonnel. Herkunft und Jugend: Charles Guillaume Edouard Bonnell wurde als Kind einer französischen Familie geboren, die infolge der Aufhebung des Ediktes von Nantes in die Mark Brandenburg ausgewandert war. Sein Urgroßvater Pierre Bonnel, Weingärtner in Villiers-le-bel bei St. Dénis, nördlich von Paris, verließ aus Glaubensgründen die Heimat und zog mit seiner Frau Marie Rosignol aus Coulome nach Prenzlau, wo er 16871720 Kantor der französisch-reformierten Gemeinde war. Eduards Großvater Jacques Daniel siedelte nach Schwedt über, von wo sein Sohn Pierre Daniel, Eduards Vater, als Regimentsbüchsenmacher (später Vorstand der königlichen Büchsenschäfterei) nach Berlin kam. Erst durch Eduard Bonnells Großmutter und Mutter war das deutsche Element in die rein hugenottische Familie eingedrungen. Dennoch hielten die Bonnells, wie sie inzwischen ihren Namen schrieben, in Berlin sich zur (deutsch-)reformierten Trinitatisgemeinde und besonders zu Friedrich Schleiermacher. Erst 1850 schloss Bonnell sich wieder der französischen Kolonie an, deren regsames kirchliches Leben ihn anzog. Ausbildung und erste Berufstätigkeiten: Bonnell besuchte zehn Jahre lang das Friedrich-Werdersche Gymnasium, das er später fast 38 Jahre leiten sollte. Bestimmend für sein geistiges Leben war neben Friedrich Schleiermacher, der ihn konfirmierte, vor allen sein Lehrer Karl Gottlob Zumpt (17921849), der besonders seit dem Tode des Vaters (1818) den begabten Schüler in seinen Schutz nahm und in jeder Hinsicht förderte. Er studierte an der Friedrich-Wilhelm-Universität neben der zum Lebensberuf erwählten Philologie unter dem Schleiermacher auch Theologie und Philosophie. Das Examen pro facultate docendi (entspricht dem späteren Staatsexamen) bei seinem Gönner Zumpt als Examinator in der Philologie bestand er gut. Bonnell begann im Herbst 1823 unter seinem ehemaligen Lehrer Gottlieb August Spilleke als Lehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, lebte 182425 ein Jahr als Gymnasiallehrer in Liegnitz, kehrte aber bereits 1825 an das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zurück. 1829 wechselte er an das Gymnasium zum Grauen Kloster, dem er, seit 1830 Professor, fast ein Jahrzehnt als Lehrer, namentlich der oberen Klassen, angehörte.
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