Dieses Open-Access-Buch untersucht, wie sich Instrumentationstechniken im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zwischen Tradition und Innovation entwickelten. Im Mittelpunkt steht Richard Strauss, dessen Tondichtungen nicht nur als technische Meisterwerke, sondern auch als Schauplätze einer ästhetischen Auseinandersetzung zwischen musikalischer âGrammatikâ und deren Umsturz gelesen werden können. Welche Bedeutung hatten diese Brüche und Kontinuitäten für das Musikdenken seiner Zeit? Wie spiegeln sich darin die Gegensätze zwischen der neudeutschen Schule und den Anhängern Brahmsâ und Hanslicks wider? Durch die Verbindung analytischer Detailstudien mit historischen Quellen entsteht der Entwurf einer Theorie der Straussâschen Instrumentationskunst, die über den Einzelfall hinaus neue Einsichten in das Verhältnis von Originalität und Kontinuität in der Musikgeschichte eröffnet.