Bei der Abfassung des zweiten Bandes meines Lehrbuches der Analysis bin ich den selben Grundsätzen gefolgt, die für den ersten bestimmend waren: Ich wollte die Theorie ausführlich und faÃlich darstellen, ausgiebig motivieren und durch viele Beispiele und Ãbungen zum sicheren Besitz des Lesers machen. AuÃerdem wollte ich Brücken schlagen zu den Anwendungen analytischer Methoden in den allerver schiedensten Wissenschaften und dabei das wechselseitig fördernde Ineinandergrei fen "blasser" Theorie und "handfester" Praxis aufscheinen lassen, ein Ineinander greifen, dem die Analysis einen guten Teil ihrer Vitalität und Dynamik verdankt. Und schlieÃlich wollte ich durch eine klare und auch äuÃerlich leicht erkennbare Scheidung von Methoden-und Anwendungsteilen dafür sorgen, daà der Leser trotz der Fülle des Materials den roten Faden nicht verliert. Dieser rote Faden ist der Versuch, das Ãnderungsverhalten der Funktionen begrifflich zu erhellen und aus der Ãnderung einer Funktion "im Kleinen" ihren Verlauf "im GroÃen" zu rekon struieren. Dabei stehen diesmal im Vordergrund der Ãberlegungen Funktionen, de ren Argumente und Werte Vektoren aus dem RP oder sogar Elemente aus noch viel allgemeineren Räumen sind. Dieser Ãbergang vom Eindimensionalen zum Mehrdi mensionalen entspringt nicht müÃiger Neugier und Verallgemeinerungssucht - er wird uns vielmehr sehr nachdrücklich durch die unabweisbaren Bedürfnisse der Pra xis aufgenötigt. Die Prozesse der Natur spielen sich eben für gewöhnlich im Raum und nicht nur auf einer Geraden ab. Die Analysis ist in einer 2500jährigen Entwicklung mühevoll zu dem geworden, was sie heute ist.