Schönes CdV-Foto um 1860 aus Zürich. --- Motiv: Johann Jakob Baumann (1803-1865), Inhaber des bedeutenden Textil-Unternehmens Höhn & Baumann in Horgen (Kt. Zürich) und Zürich. --- Anbei zwei umfangreiche Briefe (Hongen 1846 und 1851) seiner Ehefrau Elise Baumann, geb. Diezinger, die er 1831 geheiratet hatte; bis 1839 hatten sie in Leipzig gelebt. Ihre Schwester Margaretha Diezinger heiratete 1820 den Schweizer Pfarrer und Dichter Salomon Tobler (1794-1878). --- Das Foto (10,1 x 5,9 cm) rückseitig beschriftet: "Onkel Baumann a. Zürich." --- Fotograf: J. Ganz, Zürich, Thorgasse 31 a. --- Die beiden Briefe seiner Ehefrau gerichtet an eine gute Freudin aus ihrer Zeit in Deutschland, Angelika Althaus, geb. Schüler (1808-1880), seit 1843 Ehefrau des Privatdozenten und späteren Professors der Philosophie in Berlin Karl Heinrich Althaus (1806-1886). --- 1.) 3-seitiger Brief (auf der vierten Seite Adressierung) im Format 22 x 13 cm, datiert Hongen, den 16. April 1846. --- Auszüge: "Dein l. Mann der letzten Sommer nervös leidend war, u. wahrscheinlich nach der Gelehrten Art diesen Winter zu viel gearbeitet, u. zu wenig spatziert ist, bedarf gewiß auch diesen Sommer wieder eine Erholung, u. die müßte ihm in der Schweitz, unter unserm Dache werden [.]. Auch sieht es um unsere Politik bey weitem nicht so zerrissen aus, als man es nach den öffentlichen Blättern glauben sollte. Traurig genug wohl für die Schweitzer, doch der Fremde merkt wenig davon, insofern er sich nicht in ihre Streitigkeiten mischt, sich nur an ihren Naturschutzen freut. [.] Deine Elise Baumann." --- 2.) 4-seitiger Brief, datiert Hongen, den 2. Februar 1851. Einliegend in einem gefalteten Umschlag mit einem Poststempel aus Leipzig (vom 10. Februar 1851). Elise Baumann hatte sicherlich die Post an ihre Freunde in Deutschland gebündelt nach Leipzig verschickt und sie von dort einzeln versenden lassen, um Porto zu sparen. --- Auszüge: "Meine theuerste Angelika! [.] Ich habe wohl recht viel Ursache mich über meine großen Kinder zu freuen, wer sie nicht näher kennt, findet alle drey sehr liebenswürdig, aber dem Mutterauge entgeht denn doch nicht, wie dies u. jenes anders seyn sollte, um ihnen das rechte Lebensglück für dauernd zu erringen [.]. Wenn es doch nur möglich wäre nächsten Sommer Deinen l. Mann ein Mal herzubekommen, sein Befinden würde sich ganz sich stärken [.]. Ich sehne mich ungemein Dich wieder ein Mal zu sehen, ach wie viel hätten wir uns zu erzählen, wie manche gegenseitige Erfahrung uns mitzutheilen! [.] Daß es meinem l. Mann wieder ganz wohl geht, u. er sich mit großen Reiseprojekten trägt, muß ich Dir doch noch geschwind sagen. Die Kaltwasserkur hat ihm nicht nur seine volle Stimme wieder gebracht, sondern ich auch so gekräftigt u. eigentlich verjüngt, daß ich meine Freude habe ihn anzusehen. Er gedenkt mit einem der Söhne, vielleicht mit Beyden über Paris nach London zu reisen, und die Industrieausstellung besuchen. Bleibt ihm genug Zeit, reist er über Hamburg, Berlin u. Leipzig zurück, u. in diesem Fall würde er Euch sicher aufsuchen. [.] In treuer Liebe umarmt Dich Deine Elise." --- Zustand: Foto leicht fleckig; Briefe etwas knittrig.
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