"Philosophie, die einmal überholt schien, erhält sich am Leben, weil der Au genblick ihrer Verwirklichung versäumt ward". Mit diesen Worten beginnt Theodor W. Adorno seine Negative Dialektik; sie lassen sich gleichermaÃen auf die kritische Politische Philosophie wie auf eine von ihr her motivierte Politische Ideengeschichte beziehen. Die so verstandene Philosophie erfährt ihre Bedeutung, wenn die "These vom Ãberholtsein der Besin nung"! selber in den geschichtlichen Prozeà einbezogen und die gesell schaftliche Realität in ihrer historischen Dynamik begriffen wird. Philoso phie und philosophische Problematik - von Adorno der Gesellschaftskritik überantwortet - zeigen ihren engen Gesellschaftsbezug. Mit Recht wurde 2 darauf verwiesen , daà ein solcher Terminus der Philosophie wiederum viel von dem einbeschlieÃt, was sich als Aufhebung der Philosophie in be griffene Geschichte und geschichtliche Praxis bezeichnen läÃt. Philoso phie hat "nach dem versäumten Augenblick" zu erkennen, "warum die Welt, die jetzt, hier das Paradies sein könnte, morgen zur Hölle werden kann". In einer Welt vorherrschender positivistisch verkürzter Praxis wird deren Kritik und Reflexion zur Sache der Philosophie, und zwar zugunsten einer Praxis, "welche die Herstellung einer vernünftigen und mündigen Menschheit bezweckt . . . "3. Das damit angedeutete Konzept eines realen Humanismus soll vorab ins BewuÃtsein gerufen werden, ohne schon detailliert auf Adornos Posi tion, mit der die vorliegende Untersuchung abschlieÃt, einzugehen.