Drei schöne Briefe von 1843/44 aus Frankfurt (Oder). --- Gerichtet an "Herrn Doctor C. Althaus" in Berlin, d.i. der Privatdozent und spätere Professor der Philosophie Karl Heinrich Althaus (1806-1886). --- Geschrieben vom Geheimen Justizrat und Musiker Anton Gustav Heinrich Köpke (geb. 3. Juli 1805; gest. 1859), einem Sohn von Gustav Köpke (1773-1837), Pädagoge, Philologe und Theologe, Direktor des Gymnasiums zum Grauen Kloster in Berlin und 1830-1832 einer der Lehrer Otto von Bismarcks, sowie von seiner Ehefrau Julie Köpke, geb. Hanstein (* um 1807; gest. 12. Januar 1885 in Berlin), einer Tochter des Berliner Theologen und Oberkonsistorialrats Gottfried August Ludwig Hanstein (1761-1821). Das Ehepaar Köpke heiratete am 11. Juli 1832 in Berlin in der Kirche zum Grauen Kloster. --- 1.) 4-seitiger Brief (20,2 x 13,2 cm) von Julie Köpke, geb. Hanstein, datiert Frankfurt (Oder), den 24. Mai 1843. Mit schöner Darstellung einer Blume (wohl Original-Zeichnung). --- Julie Köpke entschuldigt ihr spätes Schreiben und beteuert, "daß ich so sehr betrübt war, Ihrer u. Ihrer Angelika so freundlichen Einladung nicht folgen zu können [.]." --- Die Absage bezieht sich auf die Hochzeit (am 8. April 1843 in Berlin) von Karl Heinrich Althaus mit Angelika Luise Mußmann, geb. Schüler (1808-1880), Witwe des Professors der Philosophie in Halle Johann Georg Mußmann (1798-1833). --- "Lebt denn die Hofräthin Herz?" -- Gemeint ist die Schriftstellerin und Berliner Salonnière Henriette Herz (1764-1847), die wie in der Empfämger in der Kronenstraße 58 in Berlin wohnte. --- Signiert "Julie Köpke." --- 2.) 4-seitiger Brief (18,8 x 12,5 cm) von Julie Köpke, datiert Frankfurt (Oder), den 25. Februar 1844. Geschrieben etwa zwei Wochen nach der Geburt des ersten Kindes des Empfängers, Karl Althaus (* 9. Februar 1844 in Berlin, gest. 25. März 1898 in Berka), der später Gymnasiallehrer in Berlin wurde. --- Mit schöner geprägter Blumen-Darstellung. --- U.a. über einen Wilhelm in Berlin, wohl einen Verwandten. Höchstwahrscheinlich ist Julies Bruder gemeint, der Schachspieler Wilhelm Hanstein (1811-1850), ein Meister der einflussreichen Berliner Schachschule und einer der stärksten Spieler seiner Zeit: "Wilhelm geht ja leider mit niemand um, was in dem ganzen Zuschnitt seines Lebens bedingt ist, indem er die Eigenthümlichkeit hat, morgens nicht gern zu arbeiten, sondern die Abende dazu nimmt, gerade umgekehrt, als andere Menschen, u. leider gegen alle Regeln der Gesundheit. Lebte ich in Berlin, so würde ich Alles versuchen, ihn davon abzuziehn, nicht allein, weil ich es für das körperliche Wohl nöthig halte, sondern auch, weil ich die Überzeugung habe, daß ein Mann Umgang mit Männern haben muß, wenn er nicht einseitig werden soll; ganz vorzüglich, wenn man in seinen nächsten Umgebungen, so wie Wilhelm, keinen einzigen Mann hat, der geistig sich bis zum Mittelmäßigen nur erhebt, was mir immer gar zu traurig bei seinem zurückgezogenen Leben ist." --- Signiert "Ihre Freundin Julie Kp." 3.) 4-seitiger Brief (21,3 x 14 cm) von Gustav Köpke, datiert Frankfurt (Oder), den 18. August 1844. --- Auszüge: "Ich möchte Dich einen Erzquerulanten schelten, daß Du immer wieder auf ein Schuldverhältniß zurückkommst, das wir doch nach gegenseitiger Übereinkunft für aufgelöst bereits anerkannt haben. [.] "Daß Du mit Deiner lieben Frau noch einen Aufflug zu machen gedenkst, hören wir mit Freuden. Er wird Deiner zarten Gesundheit aufhelfen, auch Deiner lieben Frau, die, wie man munkelt, neuen Mutterfreuden entgegen sieht, sehr wohlthun." --- Am Ende berichtet er von einem Aufenthalt in Braunschweig. --- Signiert "Dein Dir treu ergebener Koepke." --- Am Rand der ersten Seite noch ein kurzer Gruß von Julie Köpke. --- Zustand: Briefe gefaltet; Papier nur gering fleckig, der erste Brief mit Randschäden.
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