Gr.-8° (24.4 x 17.5 x 3.3 cm). 394 SS. Zahlreiche Tafeln u. Abbildungen teilw. in Farbe. OFeinleinen (hellgelb) mit farb. Rückentitel u. OU. Erste Ausgabe. Wenig Gebrauchsspuren, diskreter Besitzervermerk a. Vortitel. Gesamthaft gutes Exemplar. - - 2 Beiträge in Französisch (D. M. Pedrazzini, Colonels et inspecteurs généraux au service de France 17e au 19e siècle, resp. Ph. Clerc, La Capitulation de Fribourg en 1803) - Moderne, in den Ansätzen mehr analytische Auseinandersetzung mit dem Thema der Solddienste unter historischen ('Söldner: ein europäisches Phänomen'; Entwicklung in der Eidgenossenschaft vom 14. bis 16. Jh.), historisch-spezifischen (Päpstliche Schweizergarde), (sozio-) kulturellen (Kulturtransfer der Schweizer Söldner) u. (sozio-) ökonomischen (Kaspar Jodok von Stockalper und sein Soldunternehmen), teilw. auch partikulären (individuellen, biograph.) Aspekten (François Lefort, ein Schweizer im Dienste des Zaren), entsprechend der seit etlichen Jahren betonten Hinwendung zu mehr soziologisch ansetzender Forschung, im Gegensatz zu den früheren v.a. militär- und soldatengeschichtlichen Werken z.B. von Albert Maag und Paul de Vallière. Der vorliegende 'Reader' mit seinen 20 div. Beiträgen ist denn auch als differenzierende Ergänzung und Fortsetzung der bisherigen einschlägigen Fachliteratur einzustufen, wobei der Bogen recht weit gespannt ist (Preussische Werbung in Schaffhausen im 18. Jh., Spanischer Bürgerkrieg, Freiwillige in der Wehrmacht und Waffen-SS, Fremdenlegion) - Mit Bibliographie (pp. 365-377, inkl. Websites), Bildnachweis, Personen- u. Ortsregister. - "Die Fremden Dienste, deren Untersuchung die nationale Historiografie vom 18. Jh. an einen bedeutenden Platz eingeräumt hatte, waren lange verrufen; man betrachtete sie als ein dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte, schädlich für die Herausbildung und den Zusammenhalt der Schweizer Nation. Erst seit Beginn des 20. Jh. betont die Forschung dagegen auch die positiven Seiten der Fremden Dienste. Insbesondere Paul de Vallière hat sie rehabilitiert und ihre Bedeutung für die Herausbildung der nationalen Identität unterstrichen. [.]. Die vor dem Hintergrund der zwei Weltkriege verständliche mythologische Verklärung verzögerte aber lange die Modernisierung der Forschung über die Fremden Dienste. Erst seit den 1970er Jahren wurde den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten sowie auch den politischen und diplomatischen Gegebenheiten, den Geisteshaltungen und Mentalitäten, den familiären und lokalen Traditionen vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Heute ist man sich bewusst, dass die Fremden Dienste ein sehr komplexes und vielschichtiges Phänomen darstellen und dass sie Gesellschaft, Wirtschaft, Bevölkerungsentwicklung und Kultur der Eidgenossenschaft nachhaltig beeinflusst haben." (HLS, Fremde Dienste: Historiographische Aspekte). -- PROVENIENZ (Besitzervermerk in Kugelschreiber) : 'Mario Petitpierre, 17.2.2006': (1926-2008), u.a. ab 1960 im Generalstab, 1980 Chef Abt Nachrichtendienst GGST, 1981 Divisionär, 1981-1988 Unterstabschef Nachrichtendienst und Abwehr (HLS). -- ISBN 3-03823-196-7 -- NETTOGEWICHT / Net weight / Poids 1.1 kg - VERSANDKATEGORIE / Weight category / Poids brut 2 kg - Sprache: de, fr