[EigenhäNdiger Brief Von Georg Rietschel An Rudolf KöGel Um 1854/1855]. - [Brief Des Sohnes Von Ernst Rietschel Und SchüLers Am Dresdner Blochmann'schen/Vizthum'schen Gymnasium An Den Ehemaligen Lehrer üBer Inhalte Des Schullebens Sowie VeräNderungen Innerhalb Der Lehrerschaft]. - Rietschel, Georg Handschriften

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1 Doppelblatt (3 1/2 Seiten Text): 21,8 x 13,8 cm Eigenhändiger und signierter Brief von Georg Rietschel (Sohn des Bildhauers Ernst Rietschel) an seinen Lehrer Rudolf Kögel. Um 1854/1855 (Datierung aufgrund des 1954 erfolgten Weggangs Kögels aus Dresden). Eigenhändiger und inhaltsreicher Brief des jungen Schülers (und späteren Theologen) am Dresdner "Blochmann'schen/Vitzthum'schen Gymnasium" Georg Rietschel an seinen "hoch verehrten" vormaligen Dresdner Lehrer, den Theologen und späteren Berliner Oberhofprediger Rudolf Kögel. - In sauberer, gut lesbarer Kurrentschrift. - Umfangreicher (67 Zeilen umfassender) Brief des Schülers an den vormaligen Lehrer ("Sie glauben es nicht Herr Kögel wie ich sie vermisse, weil ich sie so lieb habe, alles ist in der Anstalt verändert") mit zum Teil detaillierten Beschreibungen der Vorkommnisse sowie der Veränderungen seit dem Weggang Kögels -insbesondere innerhalb der Lehrerschaft und der Lehrinhalte- an der 1824 von dem Pädagogen Karl Justus Blochmann gegründeten Dresdner Lehranstalt. Man habe am 18. Mai traditionell "des Königs Geburtstag [d.i. Friedrich August II. König von Sachsen] und daher große Feierlichkeit bei Blochmanns" gehabt, "die Reden hielten Fischer und Herr Summa. Die Parthie nach Tharand[t] haben sie Mittag um 1 Uhr im dicksten Regen unternommen, doch abends hatten sie das schönste Wetter zur Beleuchtung. Das Transparent von Schnorr [d.i. Julius Schnorr von Carolsfeld] war schlecht beleuchtet, denn man hatte dicht hinter dasselbe Latten angenagelt und so war einmal ein schwarzer einmal ein weißer Streifen. Desto besser aber war die Büste des Königs erhellt". "Papa" (der mit Kögel befreundete Bildhauer Ernst Rietschel) sei "noch in Berlin, wird aber bald wieder zurückkommen. Ich gehe sehr gern zu der Mutter von Herrn Rhode, wo ich [.] Fräulein Ida Löwe [wohl die Archäologin Ida von Boxberg], welche sie wohl kennen werden, sehr gern habe, weil sie mir immer von ihren Reisen erzählt und mir selbst gesammelte Muscheln schenkt. Ich wünsche mir nur sie manchmal Sonntags predigen zu hören [.]. In innigster Liebe Ihr dankbarer Schüler Georg Rietschel". - Neben konkreten Lehrinhalten in den jeweiligen Fächern werden bezüglich der Wechsel innerhalb der Lehrerschaft folgende Namen mit den jeweils zu unterrichtenden Fächern erwähnt: Herr Hugh/Religion, Herr Maidloff/Geschichte, Herr Wunder/Latein/ Griechisch, Herr Rhode/Deutsch, Herr Kamerad/Mathematik für Herrn Drechsler, Herr Müller/Geschichte für Herrn Herbst, Herr Morin/Französisch für Herrn Lenguerel, Herr Lehmann/Naturgeschichte für Herrn Zschau, Herr Summa/Religion, Herr Sörkl/Herr Puschner für Herrn Kumga. - Oben links auf dem ersten Blatt mit dem Prägestempel "Superfine Paper Bath" (mit Krone). - - - Georg Rietschel (1842-1914) war Sohn des Dresdner Bildhauers Ernst Rietschel und deutscher lutherischer Theologe. Er war Schüler des 1828 gegründeten, in der Dresdner Seevorstadt gelegenen "Vitzthum'schen Gymnasiums", welches 1824 der "Blochmannschen Erziehungsanstalt" angeschlossen worden war. Rietschel war ab 1889 Professor für Praktische Theologie sowie später Leipziger Superintendent. - Rudolf Kögel (1829-1896) war deutscher evangelischer Theologe. Von 1852 bis 1854 war er als Religionslehrer am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden tätig, wo er zum Kreis von Ludwig Richter, Schnorr von Carolsfeld sowie dem Vater Georg Rietschels, dem Bildhauer Ernst Rietschel, gehörte. Unter den Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. amtierte er als Oberhofprediger am Berliner Dom. Kögel galt als überragender Prediger und Seelsorger. Er hielt Predigten u.a. bei der Goldenen Hochzeit des Kaiserpaares, bei der Beerdigung von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III. sowie der Grundsteinlegung des Reichstagsgebäudes. - Das 1811 von Heinrich Cotta gegründete Forstlehrinstitut in Tharandt zählte im 19. Jahrhundert zu den weltweit führenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Im dortigen Forst be

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