Eine eigene Abhandlung des LymphgefäÃsystems im Handbuch der all gemeinen Pathologie erschien uns unerläÃlich. Das 'Vissen von diesem System ist in den letzten Jahrzehnten bedeutend vermehrt worden. Auch hat. die Lympho logie als diagnostische Methode in den Kliniken einen breiten Raum gewonnen. In der jetzigen Phase der Forschung und praktischen Anwendung war eine Zwischenbilanz aus der Sicht der allgemeinen Pathologie wünschenswert, weil die Ergebnisse der einzelnen Forschungsrichtungen mit ihren verschiedenen Methoden in zahlreichen, oft schwer erreichbaren Zeitschriften niedergelegt sind. Entschei dend für unser Bemühen war aber, daà das LymphgefäÃsystem mit seiner Trans portfunktion einer Behandlung im Sinne der allgemeinen Pathologie zugänglich ist und eine entsprechende Betrachtung bisher weitgehend fehlte. Das LymphgefäÃsystem hat eine Hilfsfunktion für die venöse Seite des Blut kreislaufes. Diese Beziehung ist schon in der ersten Anlage als Venenderivat zu erkennen. Die Verwandtschaft des LymphgefäÃsystems mit dem BlutgefäÃsystem schlieÃt aber nicht aus, daà das System in der Entwicklung bald eigene Wege geht, die auch bei der vergleichenden Betrachtung zu erkennen sind. Die Erfor schung der anatomischen Grundlagf'n des LymphgcfäÃsystems und seiner Aus breitung reicht zwar' weit in die Geschichte der Medizin zurück, aber gerade im letzten Jahrzehnt sind zahlreiche Befunde, die mit Hilfe des Elektronenmikro skopes erhoben wurden, hinzugekommen. Die von der Anlage her engen Be ziehungen des LymphgefäÃsystems zur Blutbahn bleiben auch später als lympho venöse Anastomosen erhalten. Der Transport der Lymphe ist ohne eigene Motorik nicht denkbar.